Brüel

Erfahrungsbericht : Stadtvertretersitzung

Am 29.03.2022 wurde zur Stadtvertretersitzung in Brüel eingeladen. Jeder Einwohner hat die Möglichkeit an solchen Veranstaltungen teilzunehmen und sollte diese Möglichkeit nutzen, um einen Einblick in die Arbeit unserer Stadtvertretung zu bekommen.

Zuallererst muss man wohl festhalten, dass kaum ein Einwohner solche Veranstaltungen besucht. Möglicherweise liegt dies an der Tatsache, dass es so gut wie keine Einladungen dazu gibt. Vielleicht herrscht aber auch eine regelrechte Politikverdrossenheit in Brüel.
Zumindest finden aber noch alle Stadtvertreter zu diesen durchaus wichtigen Treffen.

Was wäre nun eine faire Erwartungshaltung für so eine Veranstaltung?
Stadtvertreter treffen sich um miteinander ins Gespräch zu kommen, über Themen die Brüel angehen zu reden und Vorhaben zu diskutieren. Dabei wird auch die Bevölkerung mit eingebunden, welche sich aktiv an Gesprächen beteiligen können und ihre Gedanken mit einbringen.

Die Realität sieht jedoch extrem anders aus – hierbei handelt es sich nur um meine Eindrücke dieser Veranstaltung:

18:00 – 19:00
Es startete mit einem Monolog des Bürgermeisters über die Errungenschaften die er für die Stadt Brüel erreichen konnte. Und gegen Ende (die letzten 15 Minuten) auch um Themen wie die Fortschritte beim Internetausbau und den Bau des Radweges zwischen Blankenberg und Brüel.
Im Endeffekt entstand der Eindruck, dass alle Aktionen und alle politischen Entscheidungen alleine vom Bürgermeister gelenkt werden.

19:00 – 19:45
Anschließend folgte die Bürgerfragestunde und ich glaube auch die Zeit in der man in einen Dialog wechseln könnte und sollte.
Wir waren nun nicht viele Bewohner, die an dieser Stadtvertretersitzung teilgenommen haben, also hatten wir auch nicht viele Themen mit. Mitnehmen konnten wir jedoch, dass der Bürgermeister nicht gut auf Kritik zu sprechen ist und alles unbequeme schnell abwimmeln will, da es nichts in einer Stadtvertretersitzung zu suchen hat.
Der Eindruck einer Bauchpinselveranstaltung einer einzelnen Person erhärtet sich.

Wirklich furchtbar ist jedoch die Art und Weise wie die Stadtvertreter sich in dieser Veranstaltung verhalten. Es scheint als kommen sie nur dort hin um schnell abzustimmen und ohne ein Wort zu sagen wieder zu verschwinden. Die Sorte Stadtvertreter welche ihre Gedanken und Kritik im Dialog mitteilt sucht man fast vergebens.

Es gab eine Situation in der ein Stadtvertreter das Wort erhoben hat. Keinem Stadtvertreter konnte man ansehen das er aktiv zuhören würde, der Bürgermeister hat während der Ausführungen eben jenes Stadtvertreters mit einer anderen Person getuschelt und selbst bei einer direkten Ansprache eines anderen Stadtvertreters wurde nicht mal ein Blickkontakt hergestellt.
Mitunter ging es bei diesen Ausführungen um folgenden Beschluss:

Heißt im Klartext, dass der Bürgermeister über praktisch alle Bauentscheidungen alleine entscheiden darf ohne irgendjemanden davon in Kenntnis setzen zu müssen.

Im Umkehrschluss haben die Stadtvertreter sich also dazu entschieden bei diesen für die Gemeinde Brüel durchaus wichtigen Themen nicht mehr abstimmen zu müssen.

Also, ich bin ja jetzt nur jung und naiv, aber ist das nicht komplett gegenteilig zu einer demokratischen Gemeinde, die Brüel eigentlich sein sollte?
Hier entscheidet eine einzelne Person über Belange, die uns alle in der Gemeinde angehen. Diese Entscheidungen können noch nicht einmal kontrolliert und nur rückgängig gemacht werden, wenn es bereits zu spät ist.

Am Ende der Ausführungen des Stadtvertreters kam es dann zu dem Widerspruch des Bürgermeisters in dem dieser mit den folgenden Sätzen anfing (inhaltlich korrekt):
Ich möchte nicht, dass hier jemand herausgeht und Murks mitnimmt. Sie haben ihre subjektive Sichtweise dargelegt und ich werde nun die Dinge so erzählen, wie sie wirklich sind.

So kann man sich also die Arbeit und den Umgangston unseres Bürgermeisters vorstellen. Es ist bei weitem kein Dialog auf Augenhöhe und ich denke die Antwort auf die Frage, warum es kaum zu Diskussionen kommt, liegt so langsam auf der Hand.

Alles in allem kann ich zusammenfassen, dass diese Gemeinde anscheinend alles daran legt diese ganze Wahl, die wir alle Jubeljahre mal abhalten, komplett obsolet zu machen.

Warum wählen wir Leute die im Endeffekt nichts zu sagen haben wollen?

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