Brüel

Zum Thema Eidechse und Häuslebauer

Der nachfolgende Beitrag nimmt Stellung zu folgendem Thema: Der Neubau von Häusern auf dem Brüeler Mühlenberg

Artikel aus der SVZ hierzu:
Wegen Bau neuer Häuser: Geschützte Eidechsen müssen gehen (vom 04. Dezember 2018)
Häuslebauer müssen weiter warten (vom 07. März 2021)

Es ist lobenswert, dass bei dem geplanten Bauvorhaben die entsprechenden Naturschutzauflagen berücksichtigt werden. Eine Umsiedlung der im Baubereich lebenden Zauneidechsen scheint mir jedoch keine geeignete Lösung zu sein; es wird sicher nicht gelingen, alle dort lebenden Tiere zu fangen. Und es ist nicht sichergestellt, dass sich das für die Umsetzung vorgesehene Ausgleichsgebiet wirklich als ideal für die Entwicklung einer gesunden Population herausstellt. Vielmehr sollte man anstreben, dass bei der Gestaltung des neu entstehenden Wohngebietes auch Lebensräume für die gefährdete Art geschaffen werden. In unserem naturnahen Hausgarten leben zum Beispiel viele Zauneidechsen. Außerdem sollte man bedenken, dass die Zauneidechse zwar als schätzenswerte Art hier im Mittelpunkt steht, dass es aber im gleichen Gebiet weitere uns nicht bekannte Arten gibt, deren Schutz für den Erhalt einer natürlichen Umwelt notwendig ist. Das betrifft vor allem sehr kleine versteckt lebende Arten, die aber in ihrer Gesamtheit als Akteure wichtiger natürlicher Prozesse von großer Bedeutung sind. Dass das Auftreten einer Eidechsenart maßgeblich die Entscheidung für den Beginn und vielleicht auch Umfang eines Bauvorhabens beeinflusst, aber das Vorhandensein eines Trinkwassereinzugsgebiets nicht den gleichen Stellenwert hat, macht nachdenklich.

Prof. Dr. G. Arlt

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