Brüel,  Thurow

Update: Bauarbeiten des Thurower Güllelagers gestartet

Historie

08.12.2021 : Asphaltierung / Befestigung des Weges um den Güllebehälter

Am 08.12.2021 wurde damit begonnen, den Weg, welcher um den Güllebehälter führt, zu befestigen.
Hierzu wurde die gesamte Fläche des Weges versiegelt und asphaltiert.

Für den Straßenbau werden schwere Maschinen eingesetzt, welche mit den Rohstoffen, die dafür nötig sind, mithilfe einer Vielzahl von LKW durch Thurow gefahren wurden.
Einige werden sich an Szenen des Rübentransports erinnern, bei denen die Straßen in Thurow für einige Stunden komplett blockiert wurden.
Bei diesem Vorhaben war es ähnlich – die Logistik versagte und es bildete sich ein LKW-Stau. LKW mussten auf den Gehwegen im Dorf warten, bis sie an der Reihe waren. Das unsere Straßen und besonders unsere Gehwege nicht für einen solchen Verkehr ausgelegt sind, sollte selbstredend sein.

Es ist erstaunlich, dass solche großen Unternehmen nicht in der Lage sind, eine funktionierende Logistik mit sicheren Warteplätzen für die hohe Anzahl an nötigen LKW zu erarbeiten.

12.11.2021 : Anbau der Be- und Entfüllungstechnik

07.11.2021 : Fortschritte, ein wenig Zement und ein mysteriöses Rohr

Wir haben uns die Lage mal wieder vor Ort angeguckt. Folgendes haben wir feststellen können:

  1. Die Bauarbeiten sind weiter fortgeschritten – der Boden um den Behälter wurde befestigt und für die Be- und Entfüllung wurde eine Plattform aus Zement gefertigt.
  2. Der bekannte Zufluss in den Keezer Bach wurde zugeschüttet. Anstelle der Vorflut wurde eine Installation angebracht, welches Wasser nun weiterhin in den Keezer Bach einleitet.
  3. Es führt ein neues Rohr in die nahegelegene Wiese – die Funktionsweise ist unbekannt.
  4. Auf dem gesamten Gelände bilden sich große Wasserpfützen (vom starken Regen der letzten Tagen) – dieses Wasser kann offensichtlicherweise nicht abfließen.
  5. Auf der Betonplatte nahe dem Mechanismus zum Be- und Entfüllen der Anlage gibt es einen Abfluss – wohin dieser führt ist nicht ersichtlich.
Betonplatte zum Be- und Entfüllen des Behälters
Ein Rohr führt in die nahegelegene Wiese

07.10.2021 : Verbote sind Schall und Rauch

Vor ein paar Tagen kam es zu Regen, welcher 16 Liter / m² Wasser über unser Land brachte.

Im Umkehrschluss ist auch die Baugrube wieder mit Wasser vollgelaufen und musste entleert werden.

Mit einer Sturheit, welche ihresgleichen sucht, wurde auf der Baustelle nun entschieden, dass man die Verbote des Gewässerschutzes des Landkreises Ludwigslust/Parchim ignoriert und das Wasser einfach wieder in die Vorflut einleitet. Einfach herrlich.

Der magische Abwasserschlauch auf Wanderschaft

27.09.2021 : Abschluss der Bauarbeiten des Behälters

Der Güllebehälter wurde vervollständigt und ist nun in seiner vollen Pracht auf dem Weg zum Bohland zu sehen.

Zur Einweihung wurden nun mehrere Lastwagen durch unsere Straßen geschickt, welche mit Wasser eine Testbefüllung des neuen Behälters durchführen.

Die Bauarbeiten gingen logischerweise nicht einfach an der umliegenden Natur der Baugrube vorbei. Es liegen überall Reste von Verpackungen, Planen und anderweitigem Bauschutt.

Wir hoffen, dass diese Verunreinigungen im Verlauf der Nacharbeiten vollständig beseitigt werden.

24.09.2021 : Chapeau, ihr Bauarbeiter!

Auf das Verbot der Einleitung des Grubenwassers in die Vorflut folgten direkt Taten seitens der Bauarbeiter für das Güllelager in Thurow.

Der Schlauch wurde entfernt. Die Grube, welche aktiv für den Abfluss gegraben wurde, ist mit Erde von der Baugrube getrennt worden.

24.09.2021 : Verbot der Einleitung des Baugrubenwassers in die Vorflut

Nach unserer Anfrage und Anzeige der Umstände auf der Baustelle des Thurower Güllelagers, wurde vom Gewässerschutz des Landkreises Ludwigslust/Parchim am 23.09.2021 ein Verbot für das Einleiten des Baugrubenwassers in die Vorflut verhängt.

Die Braugrube muss nun auf einem anderen Weg entwässert werden.

21.09.2021 : Eine Mauer, viel Wasser und ein Schelm

Es ist immer wieder erfrischend, beim Wandern oder Radfahren etwas Neues zu entdecken und zu erleben. So streift man neuerdings durch unsere schöne Natur, hört den Vögeln beim Zwitschern zu und sieht..

..einfach einen wundervollen Anblick, der zum Träumen anregt.

Die Grundmauer des Güllebehälters wurde gebaut und gut verkleistert. Es ist schlicht, funktional und wenig ästhetisch. Daran müssen wir uns gewöhnen, führt ja kein Weg dran vorbei.

Wasser ist nach wie vor ein Problem auf der Baustelle. Es ist dann doch ein wenig viel und so stellt sich einer Baufirma bestimmt auch die Frage, wie man schnell und effizient Wasser aus einer Baugrube entfernen kann:

Man legt einfach nen Schlauch in die Baugrube und leitet das Baugrubenwasser – wie vorher auch – in den Keezer Bach.

Jetzt ist es jedoch schon so offensichtlich.. dass es fast surreal wirkt. Aber es scheint ja alles mit rechten Dingen zuzugehen.. mhm

16.09.2021 : Die Situation der Baugrube wird nicht besser

Durch erneut starke Regenfälle wurde die frisch betonierte Baugrube komplett geflutet.
Vorkehrungen zum kontrollierten und sauberen Abfluss des Baugrubenwassers wurden nicht getroffen.

Zählen wir mal eins zu eins zusammen:

Wir haben eine Baustelle auf der Drainagerohre zerstört wurden. Die meisten kaputten Drainagerohre wurden nur notdürftig mit Erde zugeschüttet, welche leicht aufgeweicht und durchlässig für Wasser ist.

Die Drainagerohre führen in den Keezer Bach.

Demnach wird hier die Drainageanlage zum Ablassen des Baugrubenwassers in ein aktives Gewässer genutzt.

Die Naturschutzbehörde, die Wasserschutzbehörde und die Baugenehmigungsbehörde sind über die kaputten Drainageleitungen, die durch die Baugrube führen, informiert.
Der Baubetrieb sollte sich darüber auch komplett im Klaren sein.

Das Ökosystem des Keezer Bachs wird hier einem extrem offensichtlichem Risiko ausgesetzt. Wir bezweifeln, dass wir die einzigen sind, die diese Zusammenhänge richtig deuten können.

11.09.2021 : Regenwasser in aktives Gewässer geleitet

Aufgrund von Regenfällen, läuft natürlich auch die abschüssige Baugrube für das Thurower Güllelager mit Wasser voll.

Um die Baustelle von diesem Wasser zu befreien, wurde aktiv eine Grube / ein Abfluss geschaffen.

Dieser Abfluss führt durch ein Kanalsystem direkt in den Keezer Bach.

Hier wird nun also das Wasser aus einer Baustelle direkt in ein Gewässer eingeleitet.

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz bedarf das Einleiten von verschmutztem Wasser in ein Gewässer einer sog. wasserrechtlichen Erlaubnis nach § 10 WHG.

10.09.2021 : Vor- und Nachher Vergleich der Drainage auf der Baustelle

In einem früheren Update haben wir bereits festgestellt, dass die Drainage, die durch unseren Acker bis in den Keezer Bach führt, durch die Bauarbeiten beschädigt wurde.

Nun möchten wir darstellen, was genau geschehen ist und welche Auswirkungen es auf die Drainageleitung hat.

Die Drainage-Leitungen vor den Bauarbeiten
Die Drainage-Leitungen nach den Bauarbeiten

Insgesamt führten mehrere Drainage-Leitungen durch die Baustelle und transportierten Wasser.

Alle Leitungen wurden während der Bauarbeiten durchtrennt und unbrauchbar gemacht.

Nachdem dies erkannt wurde, wurden mehrere Drainage-Rohre mit Erde und Bauschutt verstopft und das verbleibende Drainage-Rohr mit einer Drainage-Leitung DN 100 wieder verbunden.
Wie man unschwer erkennen kann ist diese neu errichtete Leitung nicht ansatzweise bereit, die gleichen Kapazitäten an Wasser zu transportieren wie die viel größeren Tonrohre.

Mittlerweile wurden all diese Änderungen unter Kies und Erde begraben, sodass wir davon ausgehen, dass dies der finale Zustand für die Drainage sein wird.

Um die Drainage-Leitung zu befestigen, wurde Bauschaum verwendet.

05.09.2021 : Zustand der Natur rund um die Baustelle

Wir haben uns einmal die Natur rund um die Baustelle angeguckt und waren wenig überrascht, dass diese aktiv in Mitleidenschaft gezogen wird.

Dieser Anblick wird jedem geboten, der mal zum Wanderweg von Thurow nach Brüel gehen will.

Am Tag fahren ca. 20-30 LKW durch unsere Straßen, welche in keiner Weise für so einen Verkehr ausgelegt sind.
Unsere hiesigen Tiere, welche nicht schnell genug fliehen können, müssen diesem Bauprojekt nun weichen.

30.08.2021 : Zerstörte Dränanlagen durch die Bauarbeiten

Bei den Bauarbeiten an dem Güllelager in Thurow wurden sogenannte Dränanlagen (auch Drainage genannt) entdeckt und im Zuge der Umgrabungen zerstört.

Meliorationsarbeiten bei Großhennersdorf, 1946
Meliorationsarbeiten bei Großhennersdorf, 1946 (Bundesarchiv, Bild 183-09958-1138 / CC-BY-SA 3.0)

Die Tonrohre wurden rund um Brüel vor ca. 100 Jahren, also noch vor der DDR-Zeit, im Zuge der sogenannten Melioration in den Acker eingearbeitet.
Die Rohre liegen meist in einer Tiefe von mindestens 70cm und dienen dazu, den Boden ertragreicher zu machen und die Erträge vor allem vor der Zerstörung durch Wassermassen zu schützen.

In unserem Fall hier in Thurow, leiten die Tonrohre das Wasser durch den Acker bis in den Keezer Bach.

1990 wurden alle Meliorationsgenossenschaften aufgelöst, was auch dazu geführt hat, dass dieses Wissen immer mehr in Vergessenheit geraten ist.
Es gibt keine Karten mehr, die diese Tonrohre in irgendeiner Weise kennzeichnen, was zur Folge hat, dass keine dringend notwendigen Wartungen / Überprüfungen mehr durchgeführt werden können.

Dies führte auch dazu, dass die Bauarbeiten an dem Güllelager einfach ins Leere und ohne Wissen über diese Tonrohre durchgeführt werden mussten.
Dabei gibt es Wege um die Tonrohre in dem Acker wieder ausfindig zu machen. Eine sächsische Firma namens Apus Systems beispielsweise hat sich auf genau das spezialisiert.

Das Ausmaß einer Verstopfung solcher Systeme wäre nicht berechenbar. Der Verfall und die stetige Verstopfung durch Sedimentteilchen in den Tonrohren durch die Jahre der Vergessenheit führen bereits zu großen Pfützen auf unseren Feldern.

Man kann also nur hoffen, dass die Lösung, die die Bauarbeiter nun anstelle der Tonrohre in den Boden setzen, den Wassermassen standhält und es zu keinen schlimmeren Überschwemmungen kommt.

26.08.2021 : Anfänge der Arbeiten

In 19412 Thurow wurde mit den Arbeiten an dem Güllelager (Fassungsvermögen von knapp 6500 m³) für den Brüeler Stall begonnen.

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